Kirschblütenfest-Feuerwerk: unnötiger Stress für Wildtiere
Erneut findet das traditionelle Japanische Kirschblütenfest statt und wird mit einem großen Feuerwerk an der Außenalster gefeiert.
Doch genau dort, wo die Raketen gezündet werden, befindet sich ein wichtiges Rast- und Brutgebiet für viele Wasservögel. Rund um die Außenalster brüten derzeit zahlreiche Wasservögel oder führen bereits ihren Nachwuchs.
Auch viele Graugänse aus unterschiedlichen Regionen nutzen die Alster aktuell zur Mauser. In dieser Zeit verlieren sie ihre Schwungfedern und können bei Gefahr nicht einfach davonfliegen. Zudem werden jagende Fledermäuse bei ihrer nächtlichen Nahrungssuche empfindlich gestört.
Feuerwerke bedeuten für viele Wildtiere erheblichen Stress: Schlafplätze werden verlassen, Ruhephasen gestört und Tiere unnötig aufgeschreckt.
2023 und 2025 dokumentierten wir die Wasservögel während des Feuerwerks:
Nachweis an von uns gesetzen Schlehen
Projekt: Siedlungssänger
Im Frühjahr 2025 pflanzten wir auf dem Ohlsdorfer Friedhof verschiedene heimische Sträucher wie z. B. Weißdorn (Crataegus monogyna), Schlehe (Prunus spinosa) oder Gewöhnliche Heckenkirsche (Lonicera xylosteum).
Die Schlehe ist nicht nur wichtige Futterpflanze für Vögel, sondern dient auch dem Nierenfleck-Zipfelfalter (Thecla betulae) zur Eiablage und Futterpflanze der geschlüpften Raupen. Dieser Tagfalter ist meist schwer zu sehen, da er sich gerne in Baumkronen aufhält. Einen Reproduktionsnachweis kann aber durch seine abgelegten Eier nachgewiesen werden. Diesen konnten wir nach einem Jahr erbringen.
Mauserzeit der Graugänsen beginnt
Projekt: Gans Hamburg
Die meisten Graugänse beginnen Mitte Mai mit der rund vierwöchigen Mauser, bei der die Schwungfedern komplett erneuert werden. Allerdings kann man regelmäßig bereits Ende April einzelne mausernde Graugänse beobachten.
Wer mausert so früh? Das sind in den meisten Fällen ältere alleinstehende Ganter. Für sie ist die Brutsaison gelaufen und noch haben sie weniger Konkurrenz an den Mauserplätzen. Zudem sind diese oft rangniedriger und nutzen die etwas stressfreiere Zeit, bevor die Masse zu mausern beginnt.
Wie unterscheidetz man Gans und Ganter?
Projekt: Gans Hamburg
Gans oder Ganter? Das ist hier die Frage… wir erklären euch, woran man Männchen und Weibchen unterscheiden kann.
Inzwischen sitzen die meisten Gänse auf ihren Nestern und wir erwarten jeden Tag die ersten Gössel.
Vielen Dank an Timo Abeler für das Video.
Auf den Spuren von Ritter Schwalbenschwanz
Projekt: Biotoppflege und -entwicklung Deponie Georgswerder
Im vergangenen Herbst entdeckten wir auf unserer Projektfläche auf der Deponie Georgswerder (Energieberg) eine sich verpuppende Raupe des Schwalbenschwanzes (Papilio machaon), was uns dazu veranlasste, uns einmal genauer mit dieser Art zu beschäftigen.
Was genau wir beobachten konnten und herausgefunden haben, lest ihr im neuen Blogbeitrag: Auf den Spuren von Ritter Schwalbenschwanz
Frühjahrsptuz mit dem Neuntöter e. V. (Hamburg räumt auf)
Neuntöter in Aktion
Am 28.02.2026 fand unserer jährlicher Frühjahrsputz mit dem Neuntöter e. V. im Rahmen der Aktion „Hamburg räumt auf“ statt. Mit insgesamt 17 Freiwilligen haben wir innerhalb von zwei Stunden reichlich Müll gesammelt.
Wir bedanken uns für die großartige Unterstützung und für den netten Austausch nach der Aktion bei einer kleinen Stärkung.
Winterarbeit im Böschungsbereich
Projekt: Biotoppflege und -entwicklung Deponie Georgswerder
Durch anhaltenden Frost waren in den vergangenen Wochen nur wenige Bodenarbeiten möglich, weshalb wir im westlichen Böschungsbereich nahe einer unserer Steilwände gearbeitet haben.
Hier hat sich über die Jahre eine dichte Hecke aus Brombeeren (Rubus sect. Rubus) und Sanddorn (Hippophae rhamnoides) ausgebreitet, welche bereits einige Dutzend Quadratmeter der Projektfläche überwucherte. Der Großteil wurde inzwischen von uns entfernt und auch ein Teil des Bodens konnte bereits von Wurzelresten befreit werden. Trotzdem werden wir hier noch eine Weile zu tun haben.
Ziel ist es, den dortigen humosen Oberboden mit wenig Sand leicht abzumagern und durchlässiger zu machen. Neu aufwachsende Gehölze sollen hier künftig entfernt werden, um so mehr licht- und wärmeliebende Pflanzen zu fördern, die einen höheren Nährstoffbedarf haben als die Arten auf der übrigen Fläche.
Trockenruhe von Landschnecken
Projekt: Helix Hamburg
Landschnecken gehen in Trockenruhe, wenn es längere Zeit trocken und heiß ist. Normalerweise ist ihre Schleimschicht auf dem Körper hygroskopisch, zieht also Feuchtigkeit an. Dies ist für die Tiere überlebenswichtig. Bei trockenem Wetter reicht die Feuchtigkeit allerdings nicht aus – daher halten die Schnecken dann Trockenruhe. Bei Hitze ruhen sie am Tag, werden manchmal in kühlen Nächten wieder aktiv, essen dann und ruhen am heißen Tag weiter. Aber oft dauert während Hitzeperioden die Trockenruhe auch längere Zeit an, bis die Luft wieder feucht genug ist.
Die Schnecken ziehen sich dabei ins Gehäuse zurück, setzen sich an eine geschützte höhere Stelle (Äste, Bäume, Mauern, Wände, Grabsteine oder Ähnliches) und decken ihre Gehäuse-Öffnung mit einer Schleimschicht (Diaphragma) ab. Das sieht dann aus wie eine Blase, die den Gehäuserand abschließt. Sie reduzieren während der Zeit auch ihre Lebensfunktionen (Atmung, Herzschlag).
Weinbergschnecken (Helix pomatia) und andere Landschnecken vergraben sich bei Hitze auch oft im Boden oder unter Laub und Sträuchern.
Wir haben im letzten Sommer einige markierte Weinbergschnecken während der Trockenruhe beobachtet. Sie saßen sehr lange an genau derselben Stelle, sodass davon auszugehen ist, dass sie sich zwischenzeitlich auch nachts nicht bewegt haben. Schnecke 76 hat ganze 42 Tage (mindestens!) geruht (vom 05.08.2025 bis 15.09.2025) und war danach wieder aktiv. Es ist schon erstaunlich, wie diese Überlebenskünstlerinnen diese heißen und trockenen Zeiten überstehen.
Aktuelles Paper zum Thema Dachbruten bei Graugänsen in Hamburg
Projekt: Gans Hamburg
Die meisten Graugänse brüten auf dem Boden, vorzugsweise auf geschützten Inseln. Einzelne Paare haben aber auch Bäume als sichere Nistplätze für sich entdeckt und brüten dort in ehemaligen Greifvogelhorsten oder in breiten Astgabeln. In Hamburg gibt es daneben noch eine weitere Besonderheit: Graugänse, die auf Gebäuden brüten – vor allem auf Dachterrassen! Ein offenbar einzigartiges Phänomen, das sonst bisher nirgendwo bekannt ist!
Die älteste „Dachgans“ brütet tatsächlich bereits seit 2017 auf Dachterrasse in Winterhude – mal mehr mal weniger erfolgreich. Durch unsere Beringungen können wir dieses interessante Verhalten weiter erforschen. Beispielsweise woher die dort brütenden Gänse stammen, wie der Bruterfolg ist, oder wo später die Jungvögel brüten. Zudem haben wir dort die seltene Gelegenheit das Gewicht der frisch geschlüpften Gössel zu dokumentieren.
Ein großer Dank gilt allen helfenden Personen, die uns dabei unterstützen. Außerdem gilt ein herzlicher Dank Jean-Louis Berthoud, Dr. Friederike Woog und Dr. Eileen Rees für die Unterstützung bei den Auswertungen und für das Übersetzen.
Hier ist das Paper zum kostenfreien Download verfügbar: https://tidsskrift.dk/Wildfowl/article/view/162737
Winterzeit auf der Projektfläche
Projekt: Biotoppflege und -entwicklung Deponie Georgswerder
Zumindest vorübergehend war es auf unserer Projektfläche schon leicht winterlich.
Nur noch wenige Arbeitseinsätze in diesem Jahr und wir blicken schon jetzt zufrieden auf 2025 zurück. Durch euren unermüdlichen Einsatz haben wir es nochmal geschafft, mit insgesamt 1.496,75 Arbeitsstunden (Stand 30. November 2025) einen neuen Höchstwert zu erreichen! 2024 waren es insgesamt 1.371,5 Arbeitsstunden.
Deshalb bedanken wir uns an dieser Stelle bei allen, die uns auch in diesem Jahr tatkräftig unterstützt haben. Dank eurer Hilfe sind wir wieder ein gutes Stück vorangekommen und konnten viele Pläne in die Tat umsetzen.
Neue Ideen und Ziele für 2026 sind in der Planung und wir freuen uns auch weiterhin auf eure Mithilfe.
Internationale Tag des Ehrenamts
Neuntöter in Aktion
Der „Internationale Tag des Ehrenamts“ am 5. Dezember ist für uns die passende Gelegenheit, um Danke zu sagen: Für euren tatkräftigen Einsatz bei Pflanzaktionen, Arbeitseinsätzen, Beringungen und all den anderen ehrenamtlichen Tätigkeiten, ohne die unsere Arbeit nicht möglich wäre.
Ein Beispiel ist unsere Pflanzaktion im Alstervorland:
Am 29. November trafen wir uns mit vielen freiwilligen Helfern, um im Alstervorland heimische Pflanzen zu setzen. Finanziert wurden die Sträucher über den „Naturcent“ (Sondervermögen „Naturschutz und Landschaftspflege“) in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Eimsbüttel (Abteilung Stadtgrün).
Mit 15 Freiwilligen konnten innerhalb von 2 Stunden insgesamt 70 Sträucher wie Weißdorn (Crataegus monogyna), Schlehe (Prunus spinosa), gewöhnliche Heckenkirsche (Lonicera xylosteum), Faulbaum (Rhamnus frangula), Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) und Roter Hartriegel (Cornus sanguinea) gesetzt werden. Bereits mit der Umstrukturierung kleiner Bereiche wird die heimische Artenvielfalt gefördert. So ist z. B. der Faulbaum (Rhamnus frangula) eine der wichtigsten Raupenfutterpflanze des Zitronenfalters (Gonepteryx rhamni).
Werden mehr heimische Pflanzen gesetzt, fördert man damit nicht nur langfristig den Erhalt unserer Insekten- und Vogelwelt, sondern auch andere Tierarten wie Amphibien und Fledermäuse.
Für den Einsatz im Ehrenamt kann man in Hamburg die „Hamburger Engagement-Karte“ beantragen. Damit können Angebote von teilnehmenden öffentlichen, gemeinnützigen und privaten Einrichtungen vergünstigt genutzt werden.
Grauganswanderungen
Projekt: Gans Hamburg
Einige Graugansfamilien wandern kurz nach dem Schlupf weiter, meist wegen besserer Nahrung oder sichererer Plätze. Besonders spannend wird es, wenn beide Eltern als Jungvögel beringt wurden und man ihre Herkunft genau kennt.
So auch bei Ganter „50A“ (Binnenalster, Jahrgang 2019) und Gans „281115“ (Grootmoor, Jahrgang 2019). Mit sieben Jahren brütete das Paar erstmals auf einer kleinen Insel im Alten Teich nahe dem Ohlsdorfer Friedhof. Kurz darauf wanderte die Familie ins Grootmoor, überquerte dabei sogar die vierspurige Bramfelder Chaussee. Doch dort verschwand der Nachwuchs, seit Jahren haben Graugänse im Grootmoor kaum Bruterfolg, vermutlich durch Hunde oder Füchse.
Während der Mauser tauchte „50A“ plötzlich allein an der Binnenalster auf! Doch Entwarnung: „281115“ mauserte im Grootmoor. Warum sich das Paar trennte, bleibt unklar. Nach der Mauser gibt es noch keine neuen Meldungen.
Tatkräftige Unterstützung
Projekt: Biotoppflege und -entwicklung Deponie Georgswerder
In den vergangenen Wochen fanden drei größere Firmeneinsätze statt, die erneut durch den Tatkräftig e. V. organisiert und begleitet wurden. Bei den Arbeitseinsätzen wurden u. a. Mahdgut zusammengeharkt und abgefahren, Pappeln entfernt, Sandflächen von Vegetation befreit.
Von der im September abgezogenen Fläche wurde ein großer Bereich umgegraben und mit Sand verfüllt. Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für die Unterstützung und für das Interesse an unserem Projekt.
Arktische Gänse in den Parkanlagen
Projekt: Gans Hamburg
Wer momentan aufmerksam durch die Hamburger Parks läuft, kann dabei auf kleine schwarzweiße Gänse treffen. Ein ungewöhnlicher Anblick hier in der Stadt. Bei diesen Vögeln handelt es sich um Weißwangengänse (Branta leucopsis) – auch als Nonnengans bekannt.
Jetzt im Herbst ziehen viele Gänse über Hamburg, darunter viele arktische Arten. Während des Zugs verlieren jedes Jahr einige Jungvögel ihre Eltern bzw. den Anschluss an ihre Familien durch die Jagd, Unwetter etc.
Gänse sind hochsoziale Tiere und suchen immer Anschluss an Artgenossen oder die Nähe von anderen Gänsen. So gelangen regelmäßig junge arktische Gänse auch in Parkanlagen und grasen dort zwischen Grau- und Kanadagänsen. Sie vertrauen den ortskundigen Gänsen und passen sich deren geringer Fluchtdistanz an; die meisten jungen arktischen Gänse haben noch keine direkte Begegnung mit Spaziergänger/-innen bzw. noch keine schlechten Erfahrungen mit Menschen gemacht und sind deshalb noch nicht so scheu wie ihre Eltern.
Dies ermöglicht es diese Arten mal aus nächster Nähe zu beobachten, was sonst aufgrund ihrer hohen Fluchtdistanz der erfahrenen Altvögel unmöglich ist.
Unser Fotokalender "Gans Hamburg 2026" ist da!
Projekt: Gans Hamburg
Dieser Fotokalender zeigt das vielfältige Leben der Graugänse im Jahresverlauf.
Mit dem Kauf unterstützt Ihr die Forschung und Naturbildung im Projekt Gans Hamburg, welches sich überwiegend aus Spenden und dem Erlös der Kalender finanziert.
Format: DIN A3 quer
Preis: 20,00 € zzgl. Versandkosten
Link zum Shop: https://www.neuntoeter-ev.de/shop/
vor Ort (Karte):
Bioladen am Hammer Park (Moorende 31, 20535 Hamburg)
Streubar, unverpackt einkaufen (Steilshooper Str. 41, 22305 Hamburg)
Antiquariat und Buchhandel Bernardt (Wandsbeker Chaussee 159, 22089 Hamburg)
Curly Cut (Wagnerstraße 132, 22089 Hamburg)
abc Buchhaus Hoheluft (Hoheluftchaussee 60, 20253 Hamburg)
Büchergilde Hamburg – Buchhandlung und Galerie (Besenbinderhof 61, 20097 Hamburg)
Laune der Natur – Bioladen (Winterhuder Weg 65, 22085 Hamburg)
Galerie – Tobias Emskötter (Heußweg 80, 20255 Hamburg)
Zugtraditionen von Graugänsen
Projekt: Gans Hamburg
In den letzten Wochen gab es wieder einige spannende Wiederfunde. Im Mai-Rundschrieb 2025 berichteten wir von einer Graugansfamilie, welche vom NSG Raakmoor in Langenhorn nach Ohlsdorf zur Alster gewandert ist. Von diesen drei Gösseln wurde eins flügge und konnte beringt werden.
In ihrer Nachbarschaft führte ein weiteres beringtes Paar aus Alsterdorf seinen Nachwuchs. Als die Jungvögel der beiden Familien Ende Juni flügge waren, verließen sie Hamburg und machten gemeinsam einen ersten Zwischenstopp auf dem Golfplatz Wendlohe (Kreis Segeberg). Anschließend trennten sich ihre Wege. Während die Langenhorner Familie nach Nordwesten zog, flog die Alsterdorfer Familie nach Südosten.
Die Langenhorner Familie wurde Anfang August im Neufelderkoog (Kreis Dithmarschen) abgelesen. Dort an der Elbmündung wurden in den letzten Jahren bereits mehrere Hamburger Graugänse nachgewiesen. Das ist ein schönes Beispiel für die unterschiedlichen Zugtraditionen von Graugänsen. Jedes Paar und jede Familie hat eigene Zugtraditionen, auch wenn sie aus der selben Population stammen. Auf den Rastplätzen treffen sich dann Gänse aus den unterschiedlichsten Gebieten und ziehen anschließend in (häufig) alle Himmelsrichtungen weiter.
Die Alsterdorfer Familie wurde Mitte August an der Alten Elbe bei Bleckede abgelesen. Auf einem Altarm der Elbe rasten im Sommer und Herbst viele Wasservögel, darunter auch regelmäßig Hamburger Graugänse. Wir sind gespannt wie es mit den beiden Familien weitergeht und freuen uns auf weitere spannende Ablesungen.