Helix Hamburg

(Weinbergschnecken Monitoring- und Schutzprojekt)

Die Gewöhnliche Weinbergschnecke (Helix pomatia) ist die größte heimische Gehäuseschnecke.

Sie leben normalerweise in feuchten, schattigen Gebieten und auf kalkhaltigen und wärmespeichernden Böden, meist an Wegrändern, in Hecken, Gebüschen, lichten Wäldern, waldnahen Busch- und Strauchlebensräumen, Randgebieten von Laub- und Mischwäldern, in verwilderten Gärten, Parks und auf Friedhöfen. 

Durch die zunehmende Lebensraum-Zerstörung wird sie immer mehr aus bisher besiedelten Bereichen zurückgedrängt. 

Diese Lebensräume gilt es zu erhalten und Maßnahmen in die Landschaftspflege mit einfließen zu lassen. 




Helix Hamburg

(Weinbergschnecken Monitoring und Schutzprojekt)

Projektleitung: Urte Hermann

Kurzproträt

Die Gewöhnliche Weinbergschnecke (Helix Pomatia LINNAEUS 1758, gehört systematisch zu den Landlungenschnecken (Stylommatophora), zur Ordnung der Lungenschnecken (Pulmonata) und darin zur Familie der Schnirkelschnecken (Helicidae). Sie ist die größte heimische Gehäuseschnecke. Ihr Häuschen kann bis zu 5 cm hoch werden. Weinbergschnecken sind Zwitter, brauchen aber einen Partner für die Fortpflanzung. 

 

Sie leben normalerweise in feuchten, schattigen Gebieten und auf kalkhaltigen und wärmespeichernden Böden, meist an Wegrändern, in Hecken, Gebüschen, lichten Wäldern, waldnahen Busch- und Strauchlebensräumen, Randebieten von Laub- und Mischwäldern, in verwilderten Gärten, Parks und auf Friedhöfen. 

 

Sie kamen ursprünglich häufig auf Weinbergen vor, weil diese auf kalkhaltigen, fruchtbaren und wärmespeichernden Böden angelegt werden. Viele Weinberge sind allerdings heute mit Pestiziden behandelt, sodass die Weinbergschnecken dort nicht mehr leben können. 

 

Weinbergschnecken werden in der Natur ca. 7-10 Jahre alt. In Terrarien können sie unter optimalen Bedingungen ein Alter von über 30 Jahren erreichen!

 

Sie gelten nicht als Schädlinge, denn sie fressen eher verwelkendes Pflanzenmaterial. Sie sind reine Pflanzenfresser und verzehren nicht die Gelege von Nacktschnecken. Sie sind im ökologischen Kreislauf Erstzersetzer und mit dafür zuständig, dass sich pflanzliches Material zu Humus und letztlich zu fruchtbarer Erde zersetzt. 

 

Weinbergschnecken sind bei Regen, feuchtem Wetter und Tau besonders aktiv. Sie sind sehr nachtaktiv, aber auch am Tag kann man sie herumschneckend beobachten. Sie ruhen an Ästen, in Gebüschen, an Steinen, an Grabsteinen, im Laub, an Bäumen auch mal im Gras und auf dem Weg. 

 

In längeren Trockenphase und bei Hitze ruhen sie und bilden zum Schutz vor Austrocknung eine Schleimblase zwischen ihrem Gehäuse und dem Gegenstand, an den sie sich ankleben. 

 

Ab Mitte September, bei abnehmenden Temperaturen und kürzeren Tagen, bereiten sie sich auf die Winterruhe vor. Dafür fahren sie über mehrere Wochen langsam ihren Stoffwechsel herunter, essen und trinken kaum noch, damit sie ihren Körper entwässern und sind immer weniger aktiv. Irgendwann vergraben sich viele von ihnen mit ihrem Fuß in die Erde, andere bleiben auch so unter dem Laub liegen. In beiden Fällen verdeckeln sie bei kühleren Temperaturen den Eingang ihres Gehäuses mit einem Kalkdeckel. So entwässert und verdeckelt kann die Weinbergschnecke auch extreme Minustemperaturen überstehen. Ab Ende März /Anfang April werden sie langsam wieder wach und sind dann ausgetrocknet und dünn. Bei entsprechendem Nahrungsangebot holen sie das schnell wieder auf. 

 

Die Helix Pomatia ist zwar nicht gefährdet, wird jedoch durch Lebensraum-Zerstörung immer mehr aus bisher besiedelten Bereichen zurückgedrängt (vgl. Artenporträts auf Niedersachsen.nabu.de und brandenburg.nabu.de). Dazu gehören auch moderne Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen, intensive Bodenbearbeitung, mineralische Dünger. Sie lebt am Boden, ist langsam, zerbrechlich und hat als Schnecke leider allgemein keine gute Lobby. Ihr Pluspunkt ist ihre Niedlichkeit. Von 100 geschlüpften Jungschnecken werden nur ca. 2 adult. Um so tragischer ist es, wenn (ausgewachsene) Tiere durch den Menschen unnütz zu Schaden kommen. 

 

Die Gewöhnliche Weinbergschnecke (Helix pomatia) ist seit Anfang der 90er Jahre besonders geschützt nach § 7 Abs. 2 Nr. 13 BNatSchG und § 44 Abs. 1 BNatSchG.

Demnach ist es verboten, wildlebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören (§ 44 Abs. 1 BNatSchG).

 

Weinbergschnecken wurden bis zu ihrer Unterschutzstellung jahrzehntelang zu Speisezwecken fast ausgerottet. Heutzutage gibt es Schneckenfarmen, auf denen für diesen Zweck Tiere gezüchtet werden. Das Sammeln ist strengstens verboten und ist eine Ordnungswidrigkeit. 

 

Monitoring

- Weiteres Markieren einer bestimmten Anzahl von Tieren pro Jahr - vielleicht mit besseren ggf. unsichtbaren Stiften und offizieller Genehmigung.  

 

- Verstärktes Monitoring der Bestände in dem Gebiet durch zusätzliches Zählen aller sichtbaren Tiere zu bestimmten Zeiten und in bestimmten Wetterlagen.

 

- Invasive Arten, insbesondere die Gefleckte Weinbergschnecke, und einen eventuellen Einfluss auf die Helix Pomatia über die Zeit hinweg beobachten (die Gefleckte Weinbergschnecke (Cornu Aspersum) sehe ich in der Ecke mittlerweile häufiger).

 

- Durchsuchen des Friedhofs an anderen Stellen, ob Helix Pomatia oder die Gefleckte Weinbergschnecke dort eventuell schon leben inkl. Kartierung und Kommunikation dazu mit dem Friedhof und BUKEA. 

 

- Funde von Helix Pomatia und Cornu Aspersum an anderen Stellen in Hamburg melden und kartieren (Obsidentify, BUKEA). 

-> ggf. Gefahren für die Tiere erkennen und versuchen, Schutzmaßnahmen zu erwirken an diesen anderen Stellen. 

 

- Das Gutachten und die Schutzmaßnahmen im Schneckenareal am T-Teich weiter überwachen und mit dem Friedhof darüber kommunizieren.

 

Schutzmaßnahmen

-Fortführen der praktischen Schutzmaßnahmen (s.o.). Die Theorie der Forschung darf die Minimierung der direkten Risiken für die Tiere nicht einschränken. 

-Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärungsarbeit durch Artikel zu einzelnen Themen zum Beispiel auf der Website des Vereins oder auf seinen Social Media Kanälen 

 

-Vorträge über Schnecken und Aufklärung, wie wichtig unsere Mitgeschöpfe auf und im Boden für das ökologische Gleichgewicht sind. 

 

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