Xerothermhabitate Hamburg

Projektleitung: Andreas Zours, Torsten Demuth

Warm, trocken und staubig...

... so sehen sie meist aus, wenn es in Hamburg gerade einmal nicht regnet: Xerothermhabitate.  

Warm-trockene Flecken sind in Norddeutschland rar gesät. Wo sie aber auftreten, beherbergen eine ganz eigene Flora und Fauna, viele hier vorkommende Arten sind Spezialisten und nur an solchen Orten zu finden.

 

Durch zunehmende Verbuschung bedrohter Trockenrasen in Hamburg-Finkenwerder, die Abteilung Stadtgrün des Bezirks Mitte plant hier einen Park
Durch zunehmende Verbuschung bedrohter Trockenrasen in Hamburg-Finkenwerder, die Abteilung Stadtgrün des Bezirks Mitte plant hier einen Park

Während in früheren Zeiten beinahe jede Siedlung ihre eigene Sandgrube hatte, Bauern einzelne Flächen jahrweise brachfallen ließen und die Nährstoffeinträge in den Boden relativ gering war, werden ausgediente Abbaustellen heute als schädliche Wunden in der Natur interpretiert und von Gesetzeswegen zügig "renaturiert", in der Landwirtschaft gibt es kaum eine ungenutzte Zeit für Felder, im Zweifel werden "Energiepflanzen" als Zwischensaat ausgebracht. Neben Dünger wird jede Menge Totalherbizid eingesetzt.

 

So finden sich Xerothermhabitate im Hamburger Raum außerhalb weniger Naturschutzgebiete wie der Fischbeker Heide, den Boberger Dünen oder dem Höltigbaum fast nur noch im Hafen, auf ehemalige Spülfeldern und Deponien oder in Industriegebieten. Meist handelt es sich um für Bebauungen vorgesehene Sandflächen, welche für einige Jahre der Sukzession überlassen werden.

Durch die gegenüber früheren Zeiten deutlich gestiegenen Nährstoffeinträge schreitet die Sukzession allerdings schneller voran, die Flächen werden so innerhalb kurzer Zeit von konkurrenzstarker Vegetation wie dem Landreitgras oder der Armenischen Brombeere dominiert. Durch die höherwüchsige Vegetation verändert sich das vorherrschende Mikroklima von trocken und warm in Richtung feuchter und kühler, der Lebensraum für die spezialisierten Arten schwindet und mit ihm die Artenvielfalt.

Um der Sukzession Einhalt zu gebieten sind Pflegemaßnahmen von Nöten. Hierfür setzen wir uns ein.

Doch: Sie kosten Geld. Wer gibt Geld für die Pflege einer Fläche aus, die so wie so früher oder später bebaut werden soll? Hier muss umgedacht werden!

Zudem ist eine Vernetzung der meist kleinen xerothermen Bereiche notwendig, damit für die vorkommenden Lebewesen die Möglichkeit des Austauschs mit benachbarten besteht. Ohne diesen sind sie langfristig durch inzestbedingte genetische Verarmung bedroht.

Am artenreichsten sind nicht zu kleine Magerrasen, z. B. Silbergrasfluren wie die auf dem Foto gezeigte, welche ein Spektrum von kargen Sandflächen im Zentrum bis hin zu mit blütenreichen Stauden durchsetzten höher gewachsenen Gräsern und einzelnen Gebüschen in den Randbereichen aufweisen. Wachsen aber zu viele junge Bäume und Gebüsche auf der gesamten Fläche, geht der Lebensraum schnell verloren und die Fläche gleicht sich der umgebenden Normallandschaft an.

Leider werden diese Biotope regelmäßig überbaut - trotz gesetzlichem Schutz. Auch hiergegen setzen wir uns mit ehrenamtlichen Kartierungen ein, indem wir die Vorkommen bundesweit geschützter Arten wie der Blauflügeligen Ödlandschrecke oder dem Verkannten Sandlaufkäfer dokumentieren und dem Naturschutzamt zur Verfügung stellen.

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