Vereinsführung auf der Deponie Georgswerder
Projekt: Biotoppflege und -entwicklung Deponie Georgswerder
Bei sonnigen 25 °C machten wir uns Anfang August im Rahmen einer Vereinsführung auf zur Deponie Georgswerder, um unser Projekt „Biotoppflege und -entwicklung Deponie Georgswerder“ zu besuchen.
Hintergrund der Führung war es zu zeigen, was in diesem Projekt gemacht wird und was Pflege- und Entwicklung bedeuten.
Bei der Runde haben wir die vielfältigen Bereiche mit Steilwänden, Trockenrasen und Kiesfeldern kennengelernt und auch ausführliche Beobachtungen wie z. B. von der Blauflügelige Sandschrecke (Sphingonotus caerulans), der Dünen-Sandlaufkäfer (Cicindela hybrida) oder die Zauneidechsen (Lacerta agilis) kamen nicht zu kurz.
Zum Ende hin zeigte sich dann noch ein Brutpaar des Neuntöters (Lanius collurio) mit Nachwuchs. Der Neuntöter steht bei uns als Vereinsvogel repräsentativ für die Artenvielfalt. Ein passender Abschluss für die Führung.
Rücksicht bei der Gartenarbeit
Projekt: Helix Hamburg
Wie kann man bei Gartenarbeiten Tiere am Boden, wie Schnecken, Amphibien (u. a. Frösche, Kröten oder Molche) und andere Insekten und Wirbellose schützen?
Ganz wesentlich ist es, Arbeiten wie Rasen mähen oder Heckenschnitte bei möglichst trockener Witterung durchzuführen. Hält die Trockenheit schon ein bis zwei Tage an, ist dies schon die halbe Miete, denn dann sind weniger Tiere auf der Wiese oder dem Rasen unterwegs. Zusätzlich kann man natürlich vorher nach Schnecken schauen und auch hinterher das Schnittgut der gekürzten Pflanzen kontrollieren. Ein wenig Vorsicht hilft, die Tiere zu schützen.
Weinbergschnecken (Helix pomatia) haben schon eine gewisse Größe, sodass man sie leichter erkennen kann. Die Tiere halten sich besonders oft in Randgebieten unter und neben Hecken und Büschen, aber auch auf der Wiese bzw. dem Rasen auf.
Kröten, Frösche, Molche und Regenwürmer sind besonders bei Feuchtigkeit unterwegs. Aber Amphibien verstecken sich auch gern in Mulden und unter moosbewachsenen Stellen im Boden. Wenn es trocken ist, suchen sie im Gras oder auf Wiesen ebenfalls Schatten und Feuchtigkeit. Am besten ist es, so selten wie möglich zu mähen, damit so wenig wie möglich Tiere zu Schaden kommen.
Die Nummer auf dem Gehäuse gehört zu einem wissenschaftlichen Monitoringprojekt und beeinträchtigt die Schnecke nicht – sie kann sich weiterhin ganz normal bewegen und leben.
Nachwuchs der Zauneidechsen
Projekt: Biotoppflege und -entwicklung Deponie Georgswerder
Bei einem Sonderarbeitseinsatz am 26. Juli konnten wir den ersten Nachwuchs der Zauneidechsen (Lacerta agilis) in diesem Jahr entdecken. Hierbei ist etwas Glück erforderlich, denn die wenige Tage alten Jungtiere sind mit einer Länge von ca. 5 cm von der Schnauze bis zur Schwanzspitze leicht zu übersehen.
Die Eiablage der Zauneidechsen erfolgt zwischen Ende Mai und Anfang August. Hierzu suchen die Weibchen besonnte, grabfähige Stellen mit wenig Bewuchs auf. In die selbst gegrabene Höhle werden im Schnitt fünf bis neun Eier gelegt und das Loch anschließend wieder verschlossen. Nach der Eiablage schlüpfen die jungen Zauneidechsen je nach Witterung nach etwa zwei Monaten.
Trauerschnäpper und Gartenrotschwanz
Projekt: Siedlungssänger
Auf dem Golfplatz Wendlohe e.V. haben wir in den vergangenen zwei Jahren u. a. mehrere Nistkästen mit unterschiedlichen Fluglochgrößen aufgehängt. Erfreulicherweise wurden auch in dieser Brutsaison wieder mehrere Kästen von Gartenrotschwänzen (Phoenicurus phoenicurus) belegt.
Besonders haben wir uns auch über gleich fünf singende Trauerschnäpper (Ficedula hypoleuca) auf dem Golfplatz gefreut. Mehrere Nistkästen wurden beflogen.
Fundmeldung aus Italien
Projekt: Gans Hamburg
Am 12. April 2025 fand der achtjährige Federico einen Ring auf der Via Bafile in Jesolo, der längsten Fußgängerzone Europas, östlich von Venedig. Da auf dem Ring „Vogelwarte Helgoland Germania“ stand, fand er mit seiner Mutter schnell heraus, wo sie die Ringnummer melden konnten.
Dieser Ring gehörte einem Ganter aus Hamburg. Beringt wurde er am 17. Juni 2022 als nichtflügger Jungvogel an der östlichen Außenalster (Schwanenwik). Anschließend tauchte er 2023 und 2024 nur noch zur Mauser an der Außenalster auf und schloss sich einer anderen (unbekannten) Population an. Das letzte Mal wurde er am 19. Juni 2024 auf der Wiese am Schwanenwik abgelesen. Danach verließ er die Alster wieder – wie fast alle Graugänse nach der Mauser.
Rund um Venedig überwintern viele Graugänse. Die Graugans ist dort eine geschützte Vogelart und darf nicht bejagt werden. Dennoch werden in Italien leider viele Vögel illegal geschossen und gefangen. Möglicherweise wurde auch dieser Hamburger Ganter dort erlegt und der Ring wurde anschließend entsorgt, aber zum Glück nicht gut genug. Was genau mit ihm passiert ist bleibt ungewiss, vermutlich lebt er nicht mehr.
Dies ist ein schönes Beispiel für die Mobilität junger Graugänse. Vor allem junge Ganter ziehen teils weite Strecken auf der Suche nach einer Partnerin und einem geeigneten Brutrevier. Häufig ziehen sie dann mit ihren Partnerinnen mit und gelangen dadurch an die unterschiedlichsten Orte. Möglicherweise hat auch dieser Hamburger Ganter irgendwo eine Partnerin kennengelernt, die immer in Italien überwintert. Wie genau er nach Italien geflogen ist, werden wir leider nicht mehr erfahren.
Neuntöter in Aktion: Ein Rückblick
Im vergangenen Jahr bekamen wir auf dem Ohlsdorfer Friedhof erstmalig die Gelegenheit, an zwei Standorten Hecken aus heimischen Sträuchern anzulegen.
Seitdem schauen wir regelmäßig, wie sich die dort gesetzten Pflanzen entwickeln. Bereits nach etwas über einem Jahr kann man gut erkennen, wie u.a. die Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) und die Roten Heckenkirschen (Lonicera xylosteum) gewachsen sind und bereits erste Früchte tragen. Für uns ein schöner Erfolg und ein wichtiger Beitrag, um die Artenvielfalt zu fördern.
Irreführende Berichterstattung
Projekt: Gans Hamburg
In den letzten Wochen erschienen mehrere Artikel über Gänse. Oft werden die Graugänse (Anser anser) als „Plage“ bezeichnet. Unter Fachleuten und etlichen Hamburgerinnen und Hamburgern haben diese Berichte für großes Unverständnis gesorgt. Denn bedauerlicherweise sind einige dargestellte Inhalte sachlich falsch und basieren nicht auf wissenschaftlichen Fakten.
Das kann dazu führen, dass die Öffentlichkeit einen einseitigen Eindruck zur Situation der Wasservögel, im Speziellen von Graugänsen in Hamburg bekommt. Daher ist es wichtig, an dieser Stelle einige Punkte richtig zu stellen.
Der Großteil der Graugänse erscheint nur für einen Monat im Jahr zur Mauser im Mai und Juni in der Stadt. Sie sind sozusagen „Mauser-Touristen“. Ab Mitte Juni ziehen sie wieder ab (s. Beitrag vom 18. Juni).
Ausführlich erläutern wir das Thema „Gänse in der Stadt“ auf unserer Projektseite: https://www.neuntoeter-ev.de/projekte/gans-hamburg/gänse-in-der-stadt/
Es ist nicht zielführend mit Desinformationen und polarisierenden Berichten in der Presse die Bevölkerung zu verunsichern. Es ist hingegen wichtig über die Situation der Graugänse aufzuklären und gemeinsam mit Fachleuten Lösungen zu entwickeln, damit ein gemeinsames Zusammenleben stattfinden kann.
Fortpflanzung der Weinbergschnecke
Projekt: Helix Hamburg
Die Fortpflanzung der Weinbergschnecke (Helix pomatia) unterscheidet sich von vielen anderen Tieren. Als Zwitter besitzen Weinbergschnecken sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsorgane, was es ihnen erlaubt, sich gegenseitig mit jedem Individuum ihrer Art zu befruchten. Diese erfolgt in einem aufwendigen Paarungsritual, bei dem sich die Schnecken mit sogenannten Liebespfeilen stimulieren.
Im Juni und Juli werden dann meistens die Eier gelegt. Dafür graben sie mit drehenden Bewegungen ihres Fußes ein Loch in den Boden und legen dann kopfüber ca. 40-60 Eier von etwa 2 mm Durchmesser in den Boden (alle 15-30 Minuten kommt ein Ei). Die Befruchtung findet erst kurz vor der Eiablage statt. Die Eier werden dann aus der Geschlechtsöffnung rechts hinter dem Kopf abgelegt.
Die Eiablage dauert 20-30 Stunden. Danach verschließt die Schnecke das Loch wieder mit drehenden Bewegungen ihres Fußes, sodass ihre Eier unter der Erde geschützt sind.
Nach ungefähr zwei Wochen schlüpfen die fertigen kleinen Schnecken in der Erde. Sie bleiben dort noch weitere zwei Wochen unterirdisch, essen ihre Eihülle und die von nicht entwickelten oder gestorbenen Geschwistern und kommen dann langsam an die Oberfläche. Sie haben schon ein dünnes Gehäuse und wachsen nun weiter.
In der Natur ist eine Weinbergschnecke nach zwei Winterruhen erwachsen und kann dann in ihrem dritten Jahr selbst Eier legen. Nur 5 % der Jungschnecken erreichen das geschlechtsreife Alter.
Interessante Wiederfunde beringter Graugänse
Projekt: Gans Hamburg
Anhand der Beringungen für das Institut für Vogelforschung „Vogelwarte Helgoland“ konnten wir schon einige spannende Details von Hamburger Graugänsen (Anser anser) herausfinden:
Die Gans „RCY“ wurde in diesem Frühjahr mehrfach bei Rotenburg (Wümme) von Wildtierkameras aufgenommen, 64 km von ihrem Mauserplatz an der Außenalster entfernt. Im NSG Stellmoor und Weichel führte das Paar am Luhner See vier Gössel (Küken). Danach wurden es immer weniger und zuletzt wurde das Paar am 14. Mai mit einem Gössel aufgenommen. Ihren Partner hatten wir 2018 als Jungvogel am Kuhmühlenteich (Hamburg-Uhlenhorst) beringt. Seit 2019 erschien sie nur noch zur Mauser in Hamburg. In diesem Jahr sind beide nicht zur Mauser in Hamburg erschienen. Ob die Brut in diesem Jahr erfolgreich verlief oder das Paar einen anderen Mauserplatz aufgesucht hat, bleibt vorerst ungewiss.
Den Ganter „8A3“ haben wir 2016 an der südlichen Außenalster beringt. In den Jahren 2018 bis 2023 konnte er jedes Jahr zur Mauser an der Außenalster abgelesen werden. 2024 wurde er gar nicht gemeldet. Am 8. Mai 2025 erhielten wir dann eine Meldung aus Brandenburg: Ganter „8A3“ führt vier Jungvögel an den Reckahner Teichen im Landkreis Potsdam-Mittelmark, südlich von Brandenburg an der Havel, 219 km von seinem Mauserplatz entfernt. Dieser Ganter konnte bereits im September 2018 bei Klein Kreutz, östlich von Brandenburg an der Havel, abgelesen werden. Am 30. Mai 2025 wurde das Paar dann allerdings ohne Nachwuchs beim Mauserplatz in Hamburg auf der Binnenalster gemeldet, was den Verlust der Gössel bedeutet.
Mauserzeit
Projekt: Gans Hamburg
Von Mitte Mai bis Mitte Juni befinden sich die Graugänse (Anser anser) in Norddeutschland in der Mauser. In dieser Zeit sind die Tiere für etwa vier Wochen flugunfähig und suchen deshalb sichere Rückzugsorte auf größeren Gewässern.
Die Außenalster mit ihren angrenzenden Kanälen ist das größte stehende bzw. langsam fließende Gewässer in Hamburg und Umgebung und damit ein besonders wichtiger Mauserplatz. Zudem sind die Wasserstände in diesem Jahr in vielen Gebieten aufgrund der Trockenheit im Frühjahr deutlich geringer. An der Außenalster gibt es dagegen dank der Schleusen einen recht konstanten Wasserstand.
Viele Menschen wissen nicht, dass der Großteil der mausernden Gänse nur einmal im Jahr für einen Monat zur Mauser erscheint und zu dieser Zeit flugunfähig sind. Daher ist unsere Aufklärungsarbeit sehr wichtig: Fast täglich kommen wir mit Interessierten ins Gespräch und beantworten Fragen rund um das faszinierende Leben der Graugänse.
In den sogenannten Mausertrupps sammeln sich vor allem Gänse, die nicht gebrütet haben oder deren Nachwuchs nicht überlebt hat. Doch woher kommen all diese Gänse? Um das herauszufinden, markieren wir einzelne Gänse mit Ringen der Vogelwarte Helgoland. So konnten wir bereits viele spannende Informationen über ihre Herkunft, Zugwege und ihr Verhalten herausfinden.
Jetzt sind viele Graugänse mit der Mauser durch und von Tag zu Tag verlassen immer mehr Gänse die Stadt.
Zauneidechsen und Ringelnattern
Projekt: Biotoppflege- und entwicklung Deponie Georgswerder
Die Zauneidechsen (Lacerta agilis) befinden sich weiterhin in der Paarungszeit und sind so besonders häufig auf unserer Projektfläche zu beobachten. Dabei ist die Zauneidechse nicht das einzige Reptil, das man bei uns entdecken kann.
Durch einen naheliegenden Teich haben wir auch immer mal wieder Ringelnattern (Natrix natrix) auf unserer Biotopfläche. Meist liegen diese im Sandbereich nahe den Steilwänden, auf der Auffahrt zur Fläche oder der Unteren Ringstraße, um sich dort aufzuwärmen.
Bereits vor einigen Wochen haben wir „verdächtige“ Spuren in einem von uns angelegten Sandbereich nahe der Auffahrt entdeckt. Eine aufgestellte Wildtierkamera zeigte, wie sich mehrere junge Ringelnattern durch den Sand schlängelten. Wo die Kleinen genau herkamen, wissen wir leider nicht — was die Freude über den Nachwuchs aber nicht schmälerte.
Graugansbruten auf Begrünten Dächern und Dachterrassen
Projekt: Gans Hamburg
Auch in diesem Jahr haben wieder mehrere Graugänse (Anser anser) auf begrünten Dächern und Dachterrassen gebrütet.
In den meisten Fällen sind die Familien dann aufgrund der hohen, für Gössel (Küken) unüberwindbaren Kanten auf den Dächern gefangen und würden früher oder später verhungern oder verdursten. Daher „bergen“ wir jedes Jahr solche Familien von Dachterassen etc. und bringen sie zum angestammten Gewässer, welches durch die Beringung der Altvögel in der Regel bekannt ist.
Zwischen Anfang April und Mai hatten wir fast täglich Einsätze. Wichtig ist, dass der Vater dabei ist, da er die Familie vor Artgenossen und Feinden verteidigt. Und wir müssen unbedingt rechtzeitig informiert werden, um die Ringe der Gänse abzulesen und somit die Bergung planen zu können.
Neuntöter vor Ort: Kirschblütenfest-Feuerwerk
Zum 57. Mal fand am vergangenen Wochenende das traditionelle Japanische Kirschblütenfest statt, welches mit einem großen Feuerwerk gefeiert wird. Die Außenalster, wo das Feuerwerk am Freitag gezündet wurde, dient für viele Wasservögel als Rast- und Brutgebiet. Derzeit brüten rund um die Außenalster verschiedenste Wasservögel oder führen bereits Nachwuchs. Zudem mausern derzeit viele Graugänse aus den unterschiedlichsten Regionen auf der Alster. Während dieser Zeit sind sie flugunfähig und können bei Gefahr nicht davon fliegen. Auch jagende Fledermäuse werden bei ihrer nächtlichen Nahrungssuche empfindlich gestört.
Bereits 2023 dokumentierten wir die Wasservögel während des Feuerwerks. (https://www.facebook.com/reel/782509773248166). 2024 wurde das Feuerwerk aus Kostengründen abgesagt. In diesem Jahr beobachteten wir wieder, wie sich die Wasservögel verhalten. Es zeigt sich, dass die Tiere während des Feuerwerks unnötigem Stress ausgesetzt sind und u. a. ihre angestammten Schlafplätze verlassen. (Video)
Nisthilfen im Alstervorland
Projekt: Siedlungssänger
Mitte April haben wir in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Eimsbüttel (Abt. Stadtgrün) im Alstervorland (Rotherbaum) mehrere Nistkästen für Stare (Sturnus vulgaris) und Halbhöhlenbrüter wie Grauschnäpper (Muscicapa striata), Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus) oder Bachstelze (Motacilla alba) aufgehängt.
Finanziert wurden die Kästen über den „Naturcent“ (Sondervermögen „Naturschutz und Landschaftspflege“). Im Herbst wollen wir diese Grünanlage durch die Pflanzung heimischer Sträucher weiter aufwerten
Pflanzaktion auf dem Ohlsdorfer Friedhof
Projekt: Siedlungssänger
In diesem Jahr bekamen wir erneut die Möglichkeit, an einem Standort auf dem Ohlsdorfer Friedhof zwei weitere Hecken aus heimischen Sträuchern anzulegen. Mit acht Freiwilligen konnten innerhalb von zwei Stunden insgesamt 85 Sträucher wie Weißdorn (Crataegus monogyna), Schlehe (Prunus spinosa), Gewöhnliche Heckenkirsche (Lonicera xylosteum), Faulbaum (Rhamnus frangula), Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) und Roter Hartriegel (Cornus sanguinea) gesetzt werden.
Bereits mit der Umstrukturierung kleiner Bereiche wird die heimische Artenvielfalt gefördert. So ist z. B. der Faulbaum (Rhamnus frangula) eine der wichtigsten Raupenfutterpflanze des Zitronenfalters (Gonepteryx rhamni). Werden mehr heimische Pflanzen gesetzt, fördert man damit nicht nur langfristig den Erhalt unserer Insekten- und Vogelwelt, sondern auch andere Tierarten wie Amphibien und Fledermäuse.
Erwachen auf unserer Projektfläche
Projekt: Biotoppflege Deponie Georgswerder
Durch die milden Temperaturen im März herrschte an den Steilwänden auf unserer Projektfläche bereits reger Betrieb. Verschiedene Wildbienen und auch der Große Wollschweber (Bombylius major) konnten dabei beobachtet werden. Am 18. März erschienen dann auch die ersten Dünen-Sandlaufkäfer (Cicindela hybrida) auf den Sandflächen. Und am 2. April haben sich auch die ersten Zauneidechsen (Lacerta agilis) gezeigt - damit ist die Reptilien-Saison auch eröffnet.
Der neue Bereich um die Trockenmauer ist auch fertig geworden und besteht aus unterschiedlichen Bereichen mit vielfältigen Kleinstrukturen wie Steinen, Totholz und Sand.
Saisonstart Biodiversitätsmonitoring
Projekt: Biodiversitätsmonitoring Hamburg
Am 17. März startete unser Monitoring in die achte Saison. In enger Abstimmung mit unseren Projektpartnern der BUKEA ist im Naturschutzgebiet Borghorster Elblandschaft ein zehnter Untersuchungsstandort hinzugekommen. Unterstützt werden wir hier von örtlichen Akteuren.
Ziel ist es, die langfristige Entwicklung der Biomasse von Fluginsekten zu dokumentieren und tiefere Einblicke in die Artenvielfalt des Gebietes zu bekommen. Ergänzend werden auch hier bioakustische Untersuchungen von unseren Projektpartnern des Leibnitz-Instituts zur Analyse des Biodiversitätswandels angestellt.
Foto links: Malaisefalle im NSG Borghorster Elblandschaften.
Foto rechts: Installation einer Bodenfalle am Sandauhafen.
Schneckenfunde im Einkauf
Projekt: Helix Hamburg
Besonders im Winter und Frühjahr reisen südeuropäische Schnecken oft unbemerkt mit Gemüse, Obst, Kräutern oder Blumen zu uns. Viele dieser Arten sind hier nicht heimisch, und das Aussetzen kann problematisch sein.
Typische Fund-Arten: Grunzschnecke (Cantareus apertus), Nudelschnecke (Eobania vermiculata), Gefleckte Weinbergschnecke (Cornu aspersum), Mittelmeersandschnecke (Theba pisana) und viele weitere…
Was tun, wenn du eine Schnecke findest? Bestimme die Art mit Apps wie ObsIdentify. Setze sie nicht einfach draußen aus – viele würden in der Kälte sterben oder könnten heimische Arten gefährden.
In diversen Schneckengruppen (z. B. auf Facebook) kann man Hilfe finden und sich zu den Fundschnecken austauschen.
Auch die Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris) kam vermutlich durch Gemüseimporte nach Mitteleuropa und ist mittlerweile eine der häufigsten Schnecken im Garten. Häufig wird versucht, sie mit Schneckengift zu bekämpfen – doch das schadet nicht nur der Natur, sondern auch geschützten Arten wie der Weinbergschnecke (Helix pomatia). Schneckenkorn und andere Gifte beeinträchtigen zudem den Boden und andere Tiere. Daher dürfen sie an Orten mit Vorkommen besonders und streng geschützter Schnecken gar nicht angewendet werden (Ordnungswidrigkeit)!
Mauerseglernistkästenmontage in Barmbek-Nord
Projekt: Siedlungssänger
Dank der Förderung durch den Stadtteilrat Barmbek-Nord und der Unterstützung der bds – Baugenossenschaft Dennerstraße-Selbsthilfe eG konnten wir 12 neue Nistkästen für Mauersegler (Apus apus) an geeigneten Standorten anbringen – mit fachgerechter Montage per Hubsteiger! Und das rechtzeitig vor der Brutzeit, damit die gefiederten Sommergäste ihre neuen Quartiere ab Mai entdecken können.
Vor Ort gab es spannende Infos für alle Interessierten. Wir freuen uns, dass wir diesen faszinierenden Zugvögeln und Gebäudebrütern sichere Brutplätze bieten können!
Vielen Dank auch für die Unterstützung durch Arbeitsbühnen Buchtmann GmbH!
Hier geht es zum Aktionsbericht.
Erster Graugansnachwuchs des Jahres
Projekt: Gans Hamburg
Gans überraschend konnte am 14.03.2025 der erste Graugansnachwuchs des Jahres in Winterhude entdeckt werden. Die Eltern sind beide beringt. Mitte Februar war es ja noch extrem kalt mit zweistelligen Minustemperaturen in der Nacht! Aber auch das hat die Mutter offenbar nicht vom Brüten abgehalten.
Der Vater (Jahrgang 2015) stammt aus dem Schiffbeker Moor in Horn. Die Mutter (Jahrgang 2018) ist in Ohlsdorf an der Alster aufgewachsen. Seit Mai 2020 sind die beiden zusammen. Im letzten Jahr führten sie "normal" Ende April ein Gössel, welches aber bereits vier Tage später weg war. Der Vater war zuvor 2018 und 2019 erfolgreicher Brutvogel mit seiner beringten Ex-Partnerin, welche im März 2020 während der Brut plötzlich verschwand.
Wir sind gespannt ob die Mutter aus dem vorjährigen Totalverlust gelernt hat und dieses Jahr trotz Kälte erfolgreich sein wird.
Der bisherige Rekord stammt übrigens aus 2018. Damals wurde eine Familie am 10. März in Alsterdorf entdeckt.
Brutzeitbeginn bei den Haussperlingen
Projekt: Siedlungssänger
Sobald die Temperaturen steigen, beginnen die Haussperlinge (Passer domesticus), auch als „Spatzen“ bekannt, nach geeigneten Brutplätzen zu suchen. Durch Abrisse und Sanierungen älterer Gebäude werden leider viele Brutplätze verschlossen oder zerstört, denn nicht immer werden diese entdeckt oder beachtet. Es gibt gesetzlich vorgeschriebene Ausgleichsmaßnahmen in Form von artgerechten Nistkästen. Hier hat ein Spatzenpaar in Rahlstedt einen unserer Nistkästen bei der Baugenossenschaft der Buchdrucker eG bezogen.
Frühjahrsputz mit dem Neuntöter e.V.
Am 22.02.2025 haben wir mit 19 Freiwilligen in gut zwei Stunden reichlich Müll am Stadtparksee und Goldbekkanal einsammeln können. Wir haben eine eigene Aktion zu einem wesentlich früheren Zeitpunkt organisiert, da die Aktion „Hamburg räumt auf“ wiederholt während der Brutzeit stattfindet. Im Anschluss fand bei einer kleinen Erfrischung ein reger Austausch statt. Es wurden Kontakte geknüpft und Ideen gesammelt. Vielen Dank an alle helfenden Hände für die tatkräftige Unterstützung!
Zugbewegungen Ganter "630"
Projekt: Gans Hamburg
Unter den Hamburger Graugänsen gibt es viele Ost- und Westzieher, also welche, die nach der Mauser im Juni elbaufwärts und welche, die elbabwärts ziehen. Dann gibt es aber auch Gänse, welche den Sommer an der Unterelbe verbringen und anschließend elbaufwärts ziehen. Ganter „630“ ist Jahrgang 2020, damals am Mühlenkampkanal in Winterhude geschlüpft und am Osterbekkanal in Barmbek aufgewachsen. 2023 lernte er offenbar seine aktuelle Partnerin am Isebekkanal im Stadtteil Hoheluft kennen, deren Population er nun angehört.
In den letzten Monaten fiel er durch mehrere spannende Ablesungen auf. Mitte Juni 2024 verließ das Paar den Mauserplatz im Eichenpark an der Alster und wurde erst knapp zweieinhalb Monate später wieder gemeldet. Während das Paar Ende August 2024 im Watt vor der Störmündung bei Wewelsfleth (Kreis Steinburg) an der Elbe beobachtet wurde, tauchten sie zwei Wochen später plötzlich an der Elbe südöstlich von Boizenburg (Landkreis Ludwigslust-Parchim) auf. Anschließend waren die beiden fast genau vier Monate verschollen, bevor sie Mitte Januar 2025 in der Osdorfer Feldmark abgelesen wurden und eine Woche später in der Eidelstedter Feldmark. Das sind natürlich immer nur kurze Momentaufnahmen; zwischen diesen Meldungen können die beiden noch an der Nordsee, in Brandenburg und darüber hinaus gewesen sein.
Neues von der Deponie Georgswerder
Projekt: Biotopentwicklung Deponie Georgswerder
Neben unseren abgezogenen Flächen, die noch weiterbearbeitet werden müssen, haben wir aktuell noch einen weiteren Bereich, der zu Saisonbeginn fertiggestellt werden soll. An dieser Stelle wird später eine weitere Trockenmauer mit verschiedenen Strukturelementen entstehen. Dadurch erhalten wir nicht nur einen neuen spannenden Lebensraum für verschiedene Pflanzen und Insekten, sondern schaffen auch einen weiteren attraktiven Bereich für die Zauneidechsen (Lacerta agilis).
Am vorletzten Wochenende im Januar nutzten wir den blauen Himmel und Sonnenschein, um den auftauenden Boden einzuebnen, letzte Wurzelreste zu entfernen und alles für das Schotterfundament vorzubereiten.
Nistkastenmontage (Haussperling) Winterhude
Projekt Siedlungssänger
Nördlich vom Krohnskamp gibt es das letzte größere bekannte Spatzenvorkommen von Hamburg-Winterhude. Eine dichte größere Hecke entlang einer längeren Feuerwehrzufahrt bietet den Haussperlingen (Passer domesticus) dort Schutz und Nahrung. Der benachbarte Innenhof ist relativ offen mit nur wenigen höheren Bäumen, welches die licht- und wärmeliebenden Spatzen bevorzugen. Aus vielen anderen Bereichen in Winterhude ist der Haussperling in den letzten 20 Jahren leider vollständig verschwunden.
In Zusammenarbeit mit der Hochbahn und REWE konnten wir Ende Januar mehrere Nistkästen für die vielerorts selten gewordenen Haussperlinge montieren, um dem dortigen Vorkommen dauerhafte Brutplätze zu bieten. Wir sind gespannt ob diese in den kommenden Wochen bezogen werden.
Pflanzaktion bei der SAGA
Projekt Siedlungssänger
Im Dezember haben wir in zwei Siedlungen der SAGA Unternehmensgruppe in Rahlstedt und Horn verschiedene heimische Sträucher gepflanzt, wie beispielsweise Heckenkirsche (Lonicera xylosteum), Weißdorn (Crataegus monogyna), Roter Hartriegel (Cornus sanguinea) oder Schlehe (Prunus spinosa). Dies erfolgte in Zusammenarbeit mit der Deutschen Wildtier Stiftung. In diesen beiden Siedlungen hatten wir zuvor bereits Nistkästen für Sperlinge und Mauersegler montiert. Die neuen Sträucher bringen in den nächsten Jahren mehr Struktur in diese Gebiete und sorgen für Schutz und Nahrung für die dortigen Spatzen und unzählige weitere Tiere.
Jahresabschluss Deponie Georgswerder
Projekt Biotoppflege und -entwicklung Deponie Georgswerder
Wir wünschen euch einen guten Start ins neue Jahr!
Wir nutzen die Gelegenheit um neben den Planungen für die nächsten Arbeitseinsätze auf unserer Fläche auf der Deponie Georgswerder auch einen Rückblick auf das vergangene Jahr zu werfen.
In den kommenden Wochen werden wir noch reichlich mit umgraben und verfüllen zu tun haben, um pünktlich zu Saisonbeginn fertig zu werden. Doch trotz der vielen bevorstehenden Arbeit blicken wir zufrieden auf das vergangene Jahr zurück. 2024 haben wir mit insgesamt 1.371,5 Arbeitsstunden nochmal einen neuen Höchstwert erreicht!
An dieser Stelle möchten wir uns bei allen Helfern für die Mithilfe bedanken. Ohne euch wären wie nie so weit gekommen! Die Planung für 2025 steht bereits fest und wir freuen uns auch weiterhin über tatkräftige Unterstützung bei der Umsetzung.